WERTHALTUNG – Zukunftsfitte Investments

(Foto: Andreas Hermsdorf / www.pixelio.de)
Bei steigender Inflation und einem anhaltenden Nullzins-Niveau, stellt sich für Anleger immer drängender die Frage, wie man investieren sollte, um Kaufkraft und Kapital zu erhalten. (Foto: Andreas Hermsdorf / www.pixelio.de)

Die Zinsen bleiben auf absehbare Zeit im Keller aber die Inflation zieht wieder an. Für Sparer bedeutet das ein realer Verlust. Wenn jedoch Kapital und Kaufkraft erhalten bleiben sollen, dürfen Aktien als zukunftsfitte Investments nicht fehlen. (Ein Kommentar von Mag. Alexander Eberan*)

Bei steigender Inflation und einem anhaltenden Nullzins-Niveau, stellt sich für Anleger immer drängender die Frage, wie man investieren sollte, um Kaufkraft und Kapital zu erhalten. Wenn man sich insgesamt über seine Investitionen und deren „richtige“ Aufteilung Gedanken macht, dann sollte man nicht vergessen, alle Assets zusammenzurechnen – von Sparguthaben bis zur Vorsorgewohnung, raten die Veranlagungsexperten des Bankhauses Krentschker in ihrem jüngsten Marktkommentar. Denn oftmals stelle sich dabei heraus, dass ein empfehlenswerter Anlagemix aus Aktien, festverzinslichen Wertpapieren, Immobilien und diversen anderen Beimischungen gar nicht erreicht ist. Die untauglichste Variante, sein Vermögen zu erhalten, ist das zu lange Zuwarten, so Krentschker.

Zeitenwende Lehman-Pleite

Dazu nennt die Privatbank Krentschker ein plakatives Beispiel: Wer mit 100.000 Euro seit der Lehman-Pleite vor 10 Jahren auf einen guten Einstiegszeitpunkt gewartet hat, verfügt heute kaufkraftbereinigt bei rund 2% Inflation nur noch über rund 81.700 Euro. Mit einem Wort – auch das ist ein Crash. Doppelt bitter ist dabei, dass die Veranlagungszinsen bei null sind, die Inflation jedoch steigt. Das heißt mit anderen Worten, auch Konsumverzicht und eisernes Sparen hilft nicht, so Krentschker. Während man sich in der Vergangenheit mit Investmententscheidungen Zeit lassen konnte, da das Parken auf kurzfristigen und sicheren Anlagen zumindest die Inflation abgegolten hat, so ist man heute nicht mehr in dieser komfortablen Situation. Seit Lehman bewegten sich die Zinsen nach unten und die kurzfristige Veranlagung bringt absolut keinen Ertrag mehr. Unternehmen, die größere Summen parken oder auch Banken müssen bei ihrer Veranlagung sogar einen negativen Einlagenzinssatz akzeptieren. Umgekehrt sind die Fremdkapitalkosten für Unternehmen buchstäblich ins Bodenlose gefallen, womit sich deren Gewinnsituation deutlich verbessert hat.

Märkte zu hoch?

Als Anleger sollte man nicht tatenlos zusehen, sondern selbst partizipieren: Indem man in die Wirtschaft, sprich in Aktien investiert. Das zuletzt oftmals gehörte Gegenargument, dass die Aktienmärkte nun nach fast 10 Jahren Börsenrallye „zu teuer“ seien und knapp vor einem Crash stehen würden, weshalb „Betongold“ vorzuziehen sei, entkräftet Krentschker: Auch Immobilien sind Teil der Wirtschaft. Eine funktionierende Wirtschaft, eine hohe Beschäftigungsrate und steigende Gehälter sind das Fundament jeder Mieteinnahme. Nicht anders verhält es sich mit Aktien, mit denen man mittels Dividenden ebenfalls laufend Erträge lukrieren kann – die Dividende ist die laufende Ausschüttungsquelle des Aktionärs. Je nach Bedarf kann man sich sogar dafür entscheiden, ob man sich die Dividende auszahlen lässt, oder reinvestiert, um damit den Zinseszinseffekt voll zu nutzen.

Wirtschaft wächst immer

Global sei die Wirtschaft seit Menschengedenken stetig gewachsen – einmal mehr, einmal weniger. Die Geschichte um die Entwicklung des iPhones und die möglicherweise kommende Entwicklung der E-Mobilität zeigen, welche Innovationskraft in der Wirtschaft und in den Menschen steckt. Grundsätzlich müsste die Summe aller Unternehmen um das Wirtschaftswachstum plus Inflationsrate wachsen können, also aktuell um rund 4% bis 6%. Wer in Aktien investiert und damit sein Vermögen in echte Werte transformiert, darf dabei nicht übersehen, dass ein momentaner Aktienkurs lediglich ein Preis ist, auf den sich ein Käufer und ein Verkäufer einigen. Dies hat kurzfristig nichts mit dem Unternehmen zu tun, weshalb es auch bisweilen zu erratischen Kursbewegungen kommt. 

(Foto: Bankhaus Krentschker)
*Mag. Alexander Eberan ist Vorstand des privaten Bankhauses Krentschker, Steiermark. (Foto: Bankhaus Krentschker)

Kaufpreis „zurückverdienen“

Langfristig zählen aber – bei Aktien ebenso wie bei Immobilien und selbstverständlich auch bei Anleihen – der Einkaufspreis und der laufend daraus erzielbare Ertrag, also der Kurs im Verhältnis zum Gewinn bzw. wie lange es dauert, bis die Summe der Gewinne den Kaufpreis hereingespielt hat. Wenn man in eine Anleihe mit 0,5% Rendite (vor Steuern) investiert, würde es theoretisch zum Beispiel stolze 200 Jahre brauchen, bis man den Kaufpreis „zurückverdient“ hat! Bei einem Unternehmen mit einem Gewinn von zum Beispiel 5% pro Jahr kommt man auf 20 Jahre – geplantes Wachstum ist dabei noch gar nicht einkalkuliert. Selbst für Immobilieninvestments lässt sich diese Rechnung anstellen. Bei Aktien widerspiegelt der Kursverlauf nicht immer linear den tatsächlichen Wert des Unternehmens. Deshalb braucht man einen langfristigen Anlagehorizont, um Schwankungen auszugleichen. Diese werden mitunter durch Krisenmeldungen oder hoch gespielte Nachrichten verstärkt. Klare Ziele und ein Plan, den man mit Hilfe eines professionellen Anlageexperten durchhält, sind hilfreich für zukunftsfitte Investments.