IFOY AWARD 2018 – Die Finalisten stehen fest

IFOY Nominée 2018
IFOY Nominée 2018

13 Geräte und Lösungen stellen sich beim IFOY Award 2018 der strengen Jury. Heuer kam als neue Kategorie „Kran und Hebezeuge“ („Crane and Lifting Appliance“) hinzu. Seit heuer werden also echte Schwergewichte in der Manipulation von Gütern getestet. Die Hersteller der zum Wettbewerb zugelassenen Lösungen sind BYD, Jungheinrich, Liebherr, J. D. Neuhaus, Still, Gebr. Schulte, Wegard und Witron. Sie stellen sich im Februar eine Woche lang dem härtesten Intralogistiktest der Welt.

(Zu Ihrer Info: Von hier aus verlinken wir auf die jeweiligen Sites der Nominées 2018, die wir auf blogistic mit allen Details vorstellen, sowie auf die Jury des IFOY-Awards).)

Die IFOY Organisation hat zum Jahresauftakt die Nominierungen für den diesjährigen IFOY Award bekannt gegeben. Aus dem Bewerberfeld schickt die Jury 13 Geräte und Lösungen der Marken BYD, Jungheinrich, Liebherr, J. D. Neuhaus, Still, Gebr. Schulte, Wegard und Witron ins Rennen um die weltbesten Logistikprodukte und -lösungen des Jahres.

(Foto: Ifoy.org)
Die IFOY-Jury von 2017 (Foto: Ifoy.org)

IFOY Award: Hardcore-Test im Februar 2018

Die Finalisten des IFOY Award treten in der zweiten Runde bei den internationalen IFOY Test Days im Februar zum Wettbewerbsvergleich auf dem Gelände des IFOY Partners CeMAT an. HaJo Schlobach, Herausgeber und Chefredakteur von BUSINESS+LOGISTIC und blogistic.net ist Jury-Member der ersten Stunde dieses mittlerweile weltweit bedeutenden Logistik-Awards und hat an der Entwicklung des Preises maßgeblich mitgewirkt. „Der IFOY Award bietet als einziger Logistikaward weltweit die Möglichkeit des unabhängigen Testens und Beurteilens der nominierten Lösungen. Ebenso unbestechlich ist das Voting der Jury. Für mich war das damals ein Hauptgrund, daran teilzunehmen.“

„Der IFOY Award bietet als einziger Logistikaward weltweit die Möglichkeit des unabhängigen Testens und Beurteilens der nominierten Lösungen. Ebenso unbestechlich ist das Voting der Jury. Für mich war das damals ein Hauptgrund, daran teilzunehmen.“ (HaJo Schlobach, Jurymember Ifoy, Herausgeber BUSINESS+LOGISTIC & blogistic.net)

Fakten, Fakten, Fakten. Der IFOY Test misst dabei die harten Fakten, der wissenschaftliche IFOY Innovation Check, der von Spezialisten des Dortmunder Fraunhofer-Institutes für Materialfluss und Logistik (IML), des Lehrstuhls für Technische Logistik an der Universität Dresden sowie des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Technische Logistik der Helmut Schmidt Universität in Hamburg erstellt wird, beurteilt den Innovationswert.

(Foto: BYD)
BYD ECB50C: Der Allrounder für Innen und Außen. (Foto: BYD)

„Das besondere an den IFOY Testreihen ist, dass die Finalisten nicht untereinander verglichen werden, sondern immer mit ihren Wettbewerbsgeräten am Markt. Nur wer seine direkten Wettbewerber in puncto Innovation hinter sich lässt, gehört zu den besten der Welt“, erklärt Anita Würmser, Vorsitzende der IFOY Jury. Darüber hinaus reisen Juroren aus aller Welt nach Hannover, um die nominierten Geräte selbst zu testen. Bewertet werden unter anderem der Innovationswert, Technik, Design, Ergonomie und Handling, Sicherheit, Marktfähigkeit und Kundennutzen sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

(Foto: Still)
Der Elektrostapler RX 20 für Tragfähigkeiten von 1,4 bis 2,0 Tonnen. (Foto: Still)

IFOY Award: 26 Juroren aus 18 Ländern

Gewählt werden die Gewinner von einer Jury, der 26 renommierte Fachjournalisten führender Logistikmedien in 18 Ländern rund um den Globus angehören. Vergeben werden die Trophäen am Eröffnungsabend der Intralogistik-Weltleitmesse CeMAT in Hannover.

 IFOY Award: Kategorie „Counter Balanced Truck“

Bei den Gegengewichtsstaplern ist der erst im Dezember am Markt eingeführte BYD ECB50C mit fünf Tonnen Tragkraft nominiert. Der leistungsstarke Elektrostapler schafft sechs Stunden im Dauerbetrieb und kann in nur drei Stunden vollständig aufgeladen werden. Der chinesische Hersteller sagt damit den leistungsstarken Diesel- und Gasmodellen vor allem beim Außeneinsatz den Kampf an.

(Foto: Jungheinrich)
EZS 7280: Starkes Zugpferd für den Transport schwerer Lasten. (Foto: Jungheinrich)

Die zweite Nominierung gewinnt der brandneu entwickelte Elektrostapler Still RX 20 mit 1,6 Tonnen Tragkraft. Der wendige und schnelle Allrounder für den Innen- und Außeneinsatz kann erstmals wahlweise mit Batterien der Schaltung A oder B fahren. Das Konzept kombiniert eine hohe Umschlagleistung mit Präzision, guter Steigfähigkeit auf Rampen und einem ergonomischen Arbeitsplatz.

Still OPX-L 16 (Foto: Still)
Still OPX-L 16 (Foto: Still)

IFOY Award: Kategorie „Warehouse Truck“

In der Kategorie Warehouse Truck gehen gleich zwei Nominierungen an Jungheinrich.

Jungheinrich I. Zum Test antreten wird der weiterentwickelte ECE 225 easyPILOT Follow. Mithilfe der neuen und für alle ECE-Modelle nachrüstbaren Remote-Bedienoption folgt der 2,5 Tonnen-Kommissionierer seinem Bediener automatisch zum nächsten Pickplatz. Für eine 100 Prozent sichere Verbindung zwischen Fahrzeug und Bediener kommt Funktechnologie zum Einsatz.

(Foto: Jungheinrich)
easyPILOT Follow ist eine weitere, auch einfach nachrüstbare Remote-Bedienoption für den ECE Kommissionierer von Jungheinrich. (Foto: Jungheinrich)

Jungheinrich II. Eine weitere Nominierung erhält Jungheinrich für den im November eingeführten Hochleistungsschlepper EZS 7280. Das für den schweren Außeneinsatz auf Flughäfen, in der Industrie oder Logistik entwickelte Sondermodel setzt mit 28 Tonnen einen neuen Benchmark bei den Elektro-Sitzschleppern. Die neue Alternative zu Verbrennern schafft 25 km/h und ist besonders stark bei Rampenfahrten.

(Foto: Wegard)
Die Basis von Wegard Trail ist die autonom elektrische Lenkung der einzelnen Achsen. (Foto: Wegard)

Still. Ebenfalls nominiert wurde der Horizontalkommissionierer Still OPX-L 16. Das Flaggschiff der erst im Dezember eingeführten, variantenreichen OPX Kommissionier-Baureihe verfügt über eine Nenntragfähigkeit von 2,5 Tonnen und setzt einen neuen Benchmark in Sachen Ergonomie. Der komfortable Allrounder ist auf maximale Leistung in engsten Arbeitsumgebungen und auf langen Wegstrecken getrimmt.

Wegard. Die vierte Nominierung in der Kategorie Warehouse Truck gewinnt der modulare Routenzug des Hamburger Start-ups Wegard. Der Wegard Trail ist der erste Routenzug, der autonom elektronisch gelenkte Achsen verwendet. Er lässt sich so anforderungsspezifisch aus verschiedenen Anhängertypen kombinieren und benötigt keinen speziellen Schlepper. Erstmals sind auch Fahrmanöver wie seitlich Einparken, Rangieren und Rückwärtsfahren möglich.

(Foto: Still)
EASY Drive: Das neue Mensch-Maschine Interface. (Foto: Still)

 IFOY Award: Kategorie „Crane and Lifting Appliance“

Zwei Nominierungen spricht die Jury bei der Premiere der Kategorie “Crane and Lifting Appliance“ aus.

J.D. Neuhaus. Mit dem Druckluft-Hebezeug JDN 500 mini holt sich J. D. Neuhaus eine Nominierung für seine Weltneuheit. Der kompakte und in enger Kooperation mit Kunden entwickelte Allrounder verfügt über Tragfähigkeiten von 125 bis 980 Kilogramm und ist für alle Einsatzbereiche geeignet. Durch eine wesentlich höhere Leistungsdichte der Pneumatik und seine 100-prozentige Einschaltdauer ist er auf maximale Effizienz ausgelegt. Der JDN 500 mini verfügt zudem branchenweit erstmals über einen integrierten NFC (Near Field Communication)-Sensor mit Service-App.

(Foto: Liebherr)
MK 140: So kompakt kann Größe sein. (Foto: Liebherr)

Liebherr. Die zweite Nominierung geht an den Elektro-Mobilbaukran MK 140 von Liebherr. Das 5-Achs-Modell mit VarioJib und Rüstzustandserfassung ist nur 15,97 Meter lang und der erste Kran, der den Katzmodus für schnellen Umschlagbetrieb und den Wippmodus für Spezialeinsätze vereint. Diese Kransymbiose erreicht Hubhöhen bis 94 Meter und Ausladungen bis 65 Meter, die bislang nur mit größeren oder rüstintensiven Geräten erreicht wurden. 

(Foto: J.D. Neuhaus)
JDN mini: Der Hebekran wurde gemeinsam mit Kunden aus den verschiedensten Branchen entwickelt (Foto: J.D. Neuhaus)

IFOY Award: Kategorie „Special of the Year“

In der Kategorie Special of the Year spricht die Jury drei Nominierungen aus.

Jungheinrich. Seine vierte Nominierung erhält Jungheinrich für das technologieübergreifende Batterieladesystem SLH 300. Es ist insbesondere geeignet für Mischflotten oder Unternehmen, die den Umstieg ihrer Flotte von der herkömmlichen Blei-Säure- auf die effizientere Lithium-Ionen-Technologie planen, da sich beide Batteriearten mit nur einem System laden lassen.

(Foto: Jungheinrich)
SLH300: Das technologieübergreifende Laden, insbesondere von Mischflotten, bietet Investitions- und Planungssicherheit. (Foto: Jungheinrich)

Schulte. Eine weitere Nominierung gewinnen die MULTIplus Fachböden von Schulte Lagertechnik. Die Fachböden tragen trotz Kantenhöhen von nur 25 und 40 Millimeter Fachlasten von 85 bis 330 Kilogramm. Der neue, speziell für E-Commerce-Lager entwickelte MULTIplus150 ist der erste Fachboden, der bei einer Fachbodenbreite von 1.500 mm und bei einer Kantenhöhe von nur 25 mm 150 Kilogramm trägt.

(Foto: Schulte)
MULTIplus 150: Erster Fachboden, der bei einer Kantenhöhe von nur 25 mm eine Tragkraft von 150 kg hat. (Foto: Schulte)

Still. Mit dem für den Horizontalkommissionierer OPX entwickelten EASY Drive-Lenkrad zieht Still ins IFOY Finale ein. Dahinter steht ein neues Bedienkonzept für Lagertechnikgeräte. Anstelle der klassischen Deichsellenkung tritt ein PKW-ähnliches Lenkrad, das eine Bedienung aller hydraulischen Funktionen gleichzeitig ermöglicht, ohne dabei umgreifen zu müssen.

IFOY Award: Kategorie „Integrated Warehouse Solutions“

In der Königsdisziplin der integrierten Warehouse-Lösungen holen sich zwei Anbieter eine Nominierung.

(Foto: Jungheinrich)
C-Teile-Management: Das neue Distributionszentrum von Keller & Kalmbach (Foto: Jungheinrich)

Jungheinrich. Als Generalunternehmer für technische Lösung realisierte Jungheinrich Ende 2016 die Erweiterung des Keller & Kalmbach-Zentrallagers. Für den C-Teile-Management-Spezialisten wurde bei laufendem Betrieb und ohne einen einzigen Tag Unterbrechung das Hochregallager (HRL) von fünf auf zehn Gassen und weitere 37.450 Palettenstellplätze vergrößert. Das ursprünglich zweigassige Automatische Kleinteilelager (AKL) wurde um sechs Gassen für in Summe 155.000 Kartons ausgebaut. Hinzu kam der Neubau eines Tablarlagers für 15.000 kundenindividuelle Tablare. Täglich gelangen heute rund 150 Tonnen Ware mit circa 10.000 Pickpositionen in Kartons, KLTs oder Sichtlagerkästen über den Warenausgang zu den Kunden von Keller & Kalmbach. Damit hat sich nicht nur die verfügbare Lager- und Logistikfläche von 10.000 m2 auf 18.500 m2, sondern auch die gesamte Anlagenleistung mehr als verdoppelt. Neben der Größe überzeugt die Komplexität der gesamten Anlage mit den Rechen- und Datenbankprozessen im Hintergrund aber auch die Schnittstelle zum ERP-System sowie die Steuerung der Logistikprozesse durch das Jungheinrich WMS. Weitere technische Highlights der Anlage sind etwa eine Roboter-Kommissionierung, das Kartondirekthandling, der Palettierroboter, ein neuer Bereich für das Umpacken, Sortieren und die Set-Bildung sowie eine Waschanlage und eine Regalanlage für Leerbehälter.

(Grafik: Witron)
Maximale Flexibilität liefert die Anlage bei migrolino in Suhr. (Grafik: Witron)

Witron. Die zweite Nominierung geht an die Witron Logistik + Informatik für das Migros Verteilzentrum Suhr AG in der Schweiz. Witron ist es gelungen, die volatile Kleinmengen-Kommissionierung der migrolino AG mit dem Migros-Filialgeschäft zu verschmelzen. Die migrolino AG, Tochter des Migros-Genossenschafts-Bundes, gehört zu den führenden Anbietern im Schweizer Convenience-Markt. Das Omnichannel-Logistikzentrum versorgt heute an einem Spitzentag mehr als 600 Migros-Filialen mit über 300.000 Handelseinheiten und die migrolino-Shops an Tankstellen und Bahnhöfen mit mehr als 118.000 Pickeinheiten. Insbesondere die Pickleistung wurde um den Faktor 3 im Vergleich zu einem manuellen Lager erhöht. Zudem ist eine Mengensteigerung von 9 bis auf 20 Millionen Picks pro Jahr in den kommenden Jahren berücksichtigt.

Dazu hat der Logistik-Systemintegrator die bis dato manuelle migrolino-Logistik in einem zweigeschossigen, 14.000 qm großen Lager bei laufendem Betrieb automatisiert und so integriert, dass sich beide Bereiche wechselseitig unterstützen und vor allem weitestgehend selbst optimieren. Highlight der Lösung ist das Zusammenwirken von IT und Mechanik. Alle Anlagenteile und Sortimente sind miteinander vernetzt und werden durch das Witron-WMS-System 4.0 gesteuert. Zum Einsatz kommen verschiedene Logistikmodule, darunter das „Order Picking Machinery (OPM)“ zur vollautomatischen Kommissionierung von Handelseinheiten, das „Dynamic Picking System (DPS)“ für kleinvolumige Artikel, das „Automated Tote System (ATS)“ für Kisten, Behälter sowie der vollautomatische Warenausgangspuffer. Versorgt werden alle Bereiche aus einem automatischen Palettenhochregallager.

ifoy.org