DIFFERENZIERUNG – Anforderungen an die Zukunft

Anbieter von Logistiklösungen, Automatisierung und Material Handling Devices kämpfen um Ihren Teil eines sich sättigenden Marktes und um stabile Margen. Dabei bietet die Digitalisierung neue Märkte und Spielraum für Differenzierung.

Clemens Schoeller (Foto: Xvise)
Clemens Schoeller (Foto: Xvise)

Viele neue Produkte und Lösungen zur Vereinfachung von Logistikprozessen kommen in immer schnelleren Intervallen auf den Markt. Wir erlebten die einfache Automatisierung von Lagertätigkeiten, in von Regalbediengeräten bedienten Lägern, die Entwicklung von komplexeren Fördertechnikstrukturen, bis hin zu integrierten Logistiklösungen für die Produktion und die Lagerwirtschaft. Ganz aktuell versuchen viele Anbieter Ihre Shuttlelösungen und Anbindungen von Automated Guided Vehicles als Beitrag zur Digitalisierung der Logistik zu positionieren. Doch decken sich diese Produkte mit den Anwendungen von morgen?

Die richtigen Lösungen für gängige Fragestellungen

Generell bietet der Weltmarkt viele interessante Lösungen für allerhand Anwender. Gerade europäische Intralogistikausstatter haben sich immer wieder den Ineffizienzen der anspruchsvollen Kunden mit neuen Innovationen angenommen. Letztendlich war der Anwendungsbereich dabei meistens beschränkt auf die Produktionsversorgende und –entsorgende Logistik, sowie die Lagerlogistik in Form von mehr oder minder großen Logistikzentren in Industriegebieten oder auf dem Land. Dabei war zu beobachten, dass neue Lösungen zu Trends führten. Innerhalb kurzer Zeit hatte fast jeder große Systemanbieter ein Shuttle im Portfolio und mit dem schon erwähnten AGV verhält es sich ähnlich. Eine Differenzierung über das Produkt ist kaum noch möglich und die Preissensibilität der Kunden reduziert im Anbieterkampf die Margen.

Ein „neuer“ Markt

Der Logistikhub der Zukunft liegt jedoch nicht nur in Nachbarschaft zu urbanen Räumen oder auf dem Land. Wesentliche Funktionen werden kleine Verteilerläger in den Innenstädten übernehmen. Diese werden Raum vielleicht unterirdisch in durch Car-Sharing freigewordenen Tiefgaragen oder neuen Funktionsbauten finden, zumindest aber sicher platzbegrenzt sein. Schon heute müssen Verteilerlager, für immer kürzere Lieferzeiten, Platz in den Wohngebieten finden. Zur Ausstattung dieser Lager gibt der Markt noch kaum Einzellösungen, geschweige denn Systemlösungen, her. Innovative Ansätze, zum Beispiel transformierbare Flurförderzeuge wie das Still Cube XX, platzsparende Lagerlösungen wie das Autostore-System oder intelligente Datenbrillen, bieten sich als Insellösungen an. Es fehlt also weiter an einer einfachen, flexiblen und voll integrierten Lösung, die sich auch der Herausforderung von raumintensiven Ladungsträgern annimmt.

Entwicklung vs. Tüftler

Ich bin gespannt ob und in wie fern die schlauen Köpfe in den Entwicklungsabteilungen oder einfache Tüftler diese Chance im Markt erkennen und neben den Dimensionen Performance, Prozesssicherheit, Rentabilität auch Versatilität und Platzbedarf stärker gewichten. Eine Chance für größere Margen bietet dieser noch-Nischenmarkt allemal. Bis dahin bleibt es an uns Planern und Beratern, mit Kreativität, Expertise und Marktüberblick, vorhandene Bausteine optimal zu arrangieren.

Herzliche Grüße

Ihr Clemens Schoeller

Clemens Schoeller ist Consultant beim Logistik-Dienstleister xvise (clemens.schoeller@xvise.com)