DATENNUTZUNG – Zwischen Milliardengeschäft und Mindestanforderungen

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Eva Berger, Consultant bei Xvise (Foto: Xvise)

Aktuell in aller Munde, das Thema rund um die kommerzielle Nutzung und Weitergabe von Daten. Dass bereits viele Unternehmen erkannt haben, was in Daten für Potential schlummert, ist unumstritten. Nichts desto trotz ist dieses Thema für die einzelnen manchmal schwer greifbar oder bleibt die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten jenseits jeglicher Vorstellungskraft verborgen. Alleine die Begrifflichkeit wirft schon zahlreiche Fragen auf. In diesem Artikel wird der Fokus auf die Bedeutung von Daten für die Logistik gelegt.

Datennutzung: Wozu die ganze Mühe?

Zusätzlich zu den seit Jahrhunderten angestammten Aufgaben der Logistik (Transport, Umschlag & Lagerung) gesellten sich im Laufe der Zeit viele neue Tätigkeitsfelder hinzu. Einige Beispiele dafür sind Informationsaustausch (Track and Trace, EDI,…), rechtliche Rahmenbedingungen (zB Lebensmittelkennzeichnungsverordnung) oder Bestandsmanagement (VMI). All das macht aktives Datenmanagement unumgänglich. Abgesehen vom laufenden Betrieb schlägt das Thema aber bereits bei der Planung von Anlagen auf. Mengen und Stammdaten und natürlich deren entsprechende Verarbeitung bilden die Grundlage für Lagerplanungsprojekte in Bezug auf Größe, Ausstattung oder Automatisierungsgrad und tragen erheblich zu Projekterfolgen bei.

Wo liegen die Herausforderungen?

Der Grund dafür, dass viele Probleme mit dem Thema Daten und Datennutzung haben, ist nicht immer Angst vor dem sorglosen Umgang damit, sondern deren lückenlose Erfassung und laufende Pflege und sollte das funktionieren, deren Analyse und wirtschaftliche Nutzung. Das schlägt sich in weiterer Folge auf logistische Prozesse und das effiziente Management von Warenströmen nieder. Kosten und Ineffizienzen können in vielen Fällen nicht direkt auf mangelnde Verfügbarkeit oder Qualität der Daten zurückgeführt werden und sind teilweise schwer zahlmäßig zu erfassen. Dies ist mit ein Grund warum der Problematik zu wenig Bedeutung zugemessen wird. Ein weiteres Negativbeispiel aus jahrelanger Projekterfahrung im Bereich Logistik sind nicht vorhandene Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, oder wenn es diese gibt, keine direkten Auswirkungen auf den unmittelbaren Tätigkeitsbereich, falls bei der Datenpflege mal nicht so sorgfältig gearbeitet wird. Auch lückenhafte, inkonsistente Prozesse bei der Erfassung bereiten oft Schwierigkeiten.

 Mein Tipp

Vordefinierte, gut dokumentierte Prozesse bieten Orientierung für Mitarbeiter. Datenpflege sollte nicht als notwendiges Übel eines Arbeitsbereiches gesehen werden, sondern als Kompetenz, die einen entscheidenden Vorteil im operativen Bereich entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausmachen kann. Genau dieses Bewusstsein gilt es zu verankern und zwar nicht nur bei Mitarbeitern aus der Logistik, sondern über die unterschiedlichen Unternehmensbereiche, ja sogar Unternehmensgrenzen hinaus.

Herzlichst Eva Berger

 

Eva Berger ist Consultant beim Logistik-Berater x|vise

eva.berger(at)xvise.com