BRUICHLADDICH – Whisky braucht Geduld und Logistik

(Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)
Whisky: Außerhalb Schottlands war Single Malt Whisky noch vor ein paar Jahrzehnten eine gastronomische Randnotiz, (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)

Im schottischen Whisky lebt die Seele Schottlands. Er kann rau und ungestüm sein, aber auch das Gemüt streicheln. Und immer steckt in ihm das Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit. Damit aus Getreide und Wasser gutes „Wasser des Lebens“ wird, muss es nicht nur destilliert, sondern auch lange und perfekt gelagert werden. Es bedarf somit ausgeklügelter Prozesse und einer guten Logistik mit robuster technischer Unterstützung. Die Bruichladdich Distillery setzt hierfür auf das Know-how von Crown. (Ein Bericht von Hans-Joachim Schlobach)

Whisky gehört nicht nur zu Schottland wie seine vielen mystischen Geschichten, der Dudelsack, der Nebel und das Meer. In Wahrheit lebt in ihm jedoch die schottische Seele. Nicht umsonst gilt Scotch Whisky daher als das Nationalgetränk der Schotten und nicht umsonst gilt Schottland als das Whisky-Herstellungsland schlechthin. Das lässt sich auch belegen: Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es mehr Destillerien als dort.  Eine davon ist die Bruichladdich Distillery auf Islay, einer Insel am Rande von Loch Indaal. Als sie 1881 am Ostufer von the Rhinns erbaut wurde, zählte sie zu den modernsten Destillerien der Welt. Ein Grund dafür war, dass die Bruichladdich Distillery von Anfang an als solche geplant und gebaut wurde und nicht, wie damals in Schottland üblich, nur Teil eines landwirtschaftlichen Betriebs war. Um aber die Bedeutung der Logistik für die Erzeugung von Whisky zu erkennen, muss man sich ein wenig mit dessen Geschichte und seiner Erzeugung auskennen.

Eine kurze Geschichte des Whisky

Nicht nur die stolzen Schotten, sondern faktisch jede Person, die gefragt wird, woher der Whisky eigentlich stammt, wird sofort mit „Schottland“ antworten. Doch ist dies nicht ganz korrekt. Der Legende nach soll nämlich der Missionar und Schutzpatron Irlands, St. Patrick, das Wissen, wie man durch Destillation aus Gerste Alkohol erzeugt, von einer Reise durch Frankreich auf dem Rückweg nach Irland mitgebracht haben. Daher beanspruchen nämlich auch die Iren die Entdeckung des Whiskys für sich und Irland als dessen Mutterland. Und tatsächlich: In Irland wurden die ersten Brennereien gebaut, kurz bevor die erste in Schottland in Betrieb ging. Jedoch wurde der damals erzeugte Alkohol lediglich für medizinische Zwecke oder die Parfümerzeugung verwendet.

St. Patrick, der Schotte. Allerdings wurde St. Patrick in Dumberbarton geboren und ist somit ein Schotte. Das bedeutet, dass es also ein Schotte war, der den ersten Alkohol in der Region destillierte. Wie auch immer: Dieser alte Streit um den Ursprung des Whiskys wird wohl nie gelöst, auch weil es weder Iren noch Schotten wollen. Trägt er doch zur weiten Mythenbildung rund um den Whisky bei.

Gälischer Wort-Ursprung. Fakt ist lediglich, dass es christliche Mönche wie St. Patrick waren, welche die in Irland und Schottland ansässig Kelten missionieren wollten, das Wissen über die Destillation mit ins Land brachten und es auch nutzten. Das Wort „Whisky“ wurde allerdings erst viel später erwähnt: anno 1736. Es leitet sich vom schottisch-gälischen uisge beatha, das „uiskie beetha“ bzw. dem irisch-gälischen uisce beatha (gesprochen: ischke baha oder ischke ba) ab. Das bedeutet nichts anderes als „Wasser des Lebens“, was ein Hinweis auf die Bedeutung des Alkohols für die Medizin ist. Erst die Engländer anglisierten die gälische Wortschöpfung zu dem heute gebräuchlichen Wort „Whisky“. Jedoch verstand man damals darunter nicht nur Whisky im heutigen Sinne, sondern auch andere Brände mit Würzzusätzen.

Am Staat vorbei. Welche Region nun für sich beanspruchen kann, Whisky-Land Nr. 1 zu sein, wird hier nicht geklärt. Fakt ist lediglich, dass in Schottland seit 1494 nachweislich das „Wasser des Lebens“ aus Gerste erzeugt wird und dass die Schotten es seither im großen Stile tun. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts gab es dort nicht weniger als 14.000 Brennereien, zumeist Schwarzbrennereien. Nahezu jeder Bauer erzeugte damals seinen eigenen Whisky mit primitiven Mitteln. Daran änderte sich auch nichts nach der Vereinigung Schottlands mit England durch den „Act of Union“ im Jahr 1707. Dieser Deal hatte eine hohe Malzsteuer für die Brennereien zur Folge, welche die Schotten nur unter Zwang bezahlten wollten. Britische Steuereintreiber versuchten daher regelmäßig, die Steuern zwangsweise einzutreiben,  Schwarzbrennereien auszuheben und die Brenner vor Gericht zu stellen. Ihnen entgegen standen jedoch die mächtigen schottischen Clans der Highlands und ihre streitbare Bevölkerung. Ihnen zur Seite stand zudem die damals sehr mächtige katholisch-schottische Kirche, die ohnehin mit der anglikanischen Kirche und dessen Oberhaupt, dem englischen König, im Clinch lag. Beide verhinderten meistens, dass ein vor Gericht gestellter Schwarzbrenner auch tatsächlich verurteilt wurde: Das Ende dieser Prozesse erlebte der Angeklagte fast immer als freier Mann, die Verurteilung zu einer geringen Geldstrafe galt schon als Ausnahme. Die latente Gewaltbereitschaft zum Schutz der Whisky-Brennereien tat dabei ihr Übriges. So wurde zum Beispiel im Jahr 1736 in den so genannten „Porteous Riots“ in Edinburgh, der Offizier John Porteous, der einen Schwarzbrenner zum Tode verurteilt hatte, von der aufgebrachten Menge gelyncht. Aus dieser wilden Zeit stammt übrigens auch das berühmte Zitat des schottischen Nationaldichters Robert Burns: „Freedom and Whisky gang thegither“ (Freiheit und Whisky gehören zusammen). Die Einstellung der Schotten zur Obrigkeit in London und zu ihrem Nationalgetränk könnte kaum besser beschrieben werden.

Highlands setzen sich durch. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich daher in der britischen Regierung die Erkenntnis durch, dass der Kampf gegen die Schwarzbrennerei gegen die störrischen Schotten faktisch nicht zu gewinnen ist. Darum versuchte man, die Brennereien nicht durch Gewalt, sondern mit schottischer List in die Legalität zu holen, um wenigstens Lizenzgebühren und (damals noch) vergleichsweise geringe Steuern einnehmen zu können. Dem Duke Alexander Gordon, Oberhaupt des mächtigen schottischen Gordon-Clans und gleichzeitig Peer of Great Britain, ist es letztlich zu verdanken, dass 1823 durch einen „Excise Act“ die Whisky-Brennerei in die Legalität überführt wurde. Der Brenner musste dafür eine einmalige Lizenzgebühr von 10 Pfund entrichten und mehr als 141,4 Liter reinen Alkohol pro Jahr produzieren. Hierfür hatte er zusätzlich eine Steuer von zwei Schilling und drei Pence pro Gallone zu entrichten. Der Effekt des schottischen Weges ließ sich darin ablesen, dass im Jahr 1874, also knapp 50 Jahre später, nur noch von sechs illegalen Destillerien berichtet wird. Gleichzeitig schrumpfte die Anzahl der Distillerien rapide.

Erleben Sie hier eine spannende Reise durch die Bruichladdich Distillery und eine Einführung in die Produktion von Whisky (Copyright: The Whisky Store)

Bruichladdich auf Islay. In dieser Zeit, genauer im Jahr 1881, wurde auch die Bruichladdich Distillery von den drei Harvey-Brüdern gegründet. Die Geschwister stammten selbst von einer Whiskydynastie aus Glasgow ab. Die Bruichladdich Distillery galt als die erste kommerzielle Whisky-Brennerei auf Islay und steht seither für moderne Destillierverfahren. Obwohl die Brennerei jedoch selbst auch eine bewegte Unternehmensgeschichte mit Hochs, Tiefs, Schließungen, Verkäufen und Wiedereröffnungen hatte und mittlerweile Teil der Rémy Cointreau Unternehmensgruppe ist, bewahrte sie bis heute ihr traditionelles Erbe: Bruichladdich erzeugt seine Single Malt Whiskys ausschließlich aus schottischer Gerste durch Tropfendestillation und lässt sie mehrere Jahre in Eichenfässern reifen, die in Lagerhäusern an den Ufern des Loch Indaal auf der Isle of Islay gelagert werden. Zusätzlich verfügt die Brennerei als eine der wenigen über eine eigene Flaschenabfüllung. Und last but not least wird in der Bruichladdich Distillery seit 2011 der Botanist Dry Gin aus 22 handverlesenen, von der Insel stammenden Pflanzen hergestellt. Es ist übrigens der einzige Gin, der auf Islay produziert wird. Bruichladdich brennt heute mehr als 1,5 Millionen Liter an Spirituosen pro Jahr und verfüllt und verschickt über 270.000 Kisten an Kunden auf der ganzen Welt.

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Whisky: Außerhalb Schottlands war Single Malt Whisky noch vor ein paar Jahrzehnten eine gastronomische Randnotiz, (Foto: Rainer Sturm / www.pixelio.de)

Siegeszug der Single Malt Whiskys

Die Menge ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund, dass Single Malt Whisky aus Schottland noch vor ein paar Jahrzehnten faktisch nur in Schottland eine zentrale Rolle spielte. Außerhalb der schottischen Inseln und Highlands war Schottischer Single Malt Whisky allenfalls eine Randnotiz der Gastronomie und Kenner. Viel bekannter waren die Blended Whisky, die aus verschiedenen schottischen Single Malt Whiskys zusammengemischt wurden. Johnnie Walker, Chivas Regal und Dimple gehören dabei zu den bis heute bekanntesten Blended-Marken. Sie bestimmten den Markt über Jahrhunderte.

Mit Single Malt zu Weltruhm. Die Gründe für den späten Siegeszug von Single Malt Whisky lagen vor allem in deren Qualität in der damaligen Zeit. Noch Mitte des 19. Jahrhunderts waren diese zumeist sehr stark, reichlich getorft, rau, unausgewogen und für anspruchsvollere Gaumen kaum akzeptabel. Sie konnten den Cognacs und Weinbränden der Welt kaum Paroli bieten. Hinzu kam, dass die Qualität von Abfüllung zu Abfüllung wegen vergleichsweise primitiver Produktionsmethoden sehr stark schwankte. Zudem war die heute übliche Reifung von Whisky über lange Jahre in kleinen Eichenfässern faktisch unbekannt. Das hat sich jedoch grundlegend gewandelt. Heute sind es gerade die Single Malt Whiskys, welche den Weltruhm des Schottischen Whiskys ausmachen.

Whisky ist auch Logistik

Wie sich hier andeutet, kommen den Produktionsprozessen und der Logistik also eine hohe Bedeutung zu, damit aus rauen Grundwhiskys bekömmliche Gaumenfreuden werden. Und es kommt auf den Master Blender an! Dazu muss man wissen, dass sich die Herstellungsweisen von Single Malt Whiskys und Blended Whiskys sehr ähneln. Der Unterschied zu Blended Whiskys ist lediglich, dass Single Malt Whiskys nicht nur aus einer einzigen Brennerei stammen, sondern zugleich auch aus Grundwhiskys einer einzigen Destillerie gemischt sind – und zwar ausschließlich. Es braucht also auch hier eines echten Master Blenders mit sehr viel Erfahrung, um aus Tausenden Fässern im Lager einer Brennerei einen marktfähigen Whisky von konstanter Qualität und gleichbleibendem Charakter zu komponieren. Ein zwölf Jahre alter Bruichladdich, Port Charlotte oder Octomore soll heute eben genauso schmecken, wie in zehn Jahren.

Single Malts mit Qualität

Laut Gesetz muss schottischer Whisky mindestens 3 Jahre und einen Tag im Fass reifen. Günstige Blends reifen kaum mehr als den Mindestzeitraum. Single Malt Whisky lagert in der Regel 10 Jahre und länger. Nur selten findet man Single Malt Whiskys, die einen kürzeren Zeitraum gelagert wurden. Sehr gute Single Malt Whiskys reifen für lange 12 bis 21 Jahre. Die Lagerung erfolgt grundsätzlich in Eichenfässern, da nur Eichenholz atmungsaktiv und ausreichend beständig ist. Nadelholz beispielsweise ist harzhaltig und verklebt die Poren.

Im Zentrum steht der Blender. Der Master Blender der Bruichladdich Distillery ist Adam Hannett (siehe auch im Filminterview von whisky.de). Er wählt dabei oft aus vielen hundert, wenn nicht gar tausenden von Fässern jene aus, die für das zu erzielende Ergebnis am geeignetsten sind. Grundsätzlich gilt dabei bei Whiskys mit Altersangabe, dass alle beteiligten Grundwhiskys mindestens so alt sein müssen, wie auf dem Etikett angegeben wird: Ein 21 Jahre alter Bruichladdich ist also eine Komposition aus verschiedenen Fässern der Bruichladdich Destillerie, dessen jüngster Grundwhisky wenigstens 21 Jahre reifen durfte.

Aus Bier wird Whisky. Damit aus Gerste und Wasser also das „Wasser des Lebens“ werden kann, bedarf es also viel Knowhows des Master Blenders, ausgeklügelter Prozesse und einer robusten Logistik. Dabei gestaltet sich die Herstellung des Whiskys selbst im Grunde vergleichsweise einfach. Die Gerste lässt man keimen, bis aus der Stärke des Korns Malzzucker geworden ist. Anschließend wird das Malz gedarrt und grob gemahlen. Mit heißem Wasser laugt man dann den Zucker aus und setzt die Flüssigkeit zum Gären an. Es entsteht daraus ein Bier, allerdings ohne Zusatz von Hopfen. Dieses Bier wird anschließend zweimal auf Destillationsblasen aus Kupfer, den Pot Stills, gebrannt. Zur Reifung wird das Destillat schließlich in Fässern aus Eichenholz gefüllt. Große Brennereien wie Bruichladdich verwenden dafür nicht selten gebrauchte Bourbon-Fässer aus amerikanischer Weißeiche. Bevor der Whisky in Flaschen verfüllt wird, vergehen nun mindestens drei Jahre. Hochwertige Single Malt Whiskys reifen mitunter über Jahrzehnte.

Jedem Fass seinen Code. Jedes Fass muss dabei mit einer eindeutigen Nummer, dem Namen der Brennerei und dem Brennjahr gekennzeichnet werden. Dies wurde in der Vergangenheit mit einer Schablone nebst Farbe und Pinsel gemacht. Seit einigen Jahren verwenden Brennereien wie die Bruichladdich Distillery jedoch zunehmend Barcode-Etiketten, die eine digitale, lückenlose und fehlerfreie Rückverfolgbarkeit ermöglichen.

Lagern im richtigen Fass

Die Herkunft der Fässer ist für den späteren Whisky-Geschmack von entscheidender Bedeutung. Die meisten Brennereien lagern ihre Whiskys überwiegend in amerikanischen Bourbon-Fässern. Diese Fässer wurden aus amerikanischer Weißeiche hergestellt und bereits einmal für die Lagerung von Bourbon-Whisky verwendet. Viele Brennereien setzen aber auch auf Fässer, in denen zuvor spanischer Sherry reifte oder ein anderer Wein. Wichtig ist, dass die Fässer immer aus Eiche bestehen. Legendär ist ein Malt aus dem Hause Springbank, der in Rumfässern aus der Karibik lagerte und eine grünliche Farbe annahm.

 

(Foto: Crown)
Crown: Die Hochregalstapler garantieren uns mit ihrem MonoLift-Mast sowohl für den Bediener als auch für das Produkt maximale Stabilität in großen Höhen. (Foto: Crown)

Der richtige Lagerort

Neben dem Wasser aus Schottland, das sehr kalkarm und weich ist, der schottischen Gerste sowie dem richtigen Eichenfass für die Reifung und der richtigen Mischung der Grundwhiskys, ist auch der Lagerort mitentscheidend für den späteren Geschmack des Whiskys.

Historisch und modern. Die alten Lagerhäuser, die Warehouses, sind große dunkle Lagerhallen mit gestampftem Boden. Die Fässer liegen auf Eichenbalken und werden zwischen drei und sechs Ebenen übereinander gestapelt. Moderne Lagerhäuser wie in Bruichladdich haben dagegen einen Boden aus Beton, damit man mit Gabelstaplern die Whiskyfässer bewegen kann. Das Unternehmen hat 2017 ein modernes Hochregallager in Betrieb genommen (Anm.: mehr dazu weiter unten im Text) Bis etwa zur Jahrtausendwende wurden so genannte Racked Warehouses, also Lagerhäuser mit Stahlregalen, zur Aufnahme der liegenden Fässer gebaut. Heute lagert man die neuen Whiskyfässer meist stehend auf Paletten.

Das richtige Klima. Kenner wissen am Geschmack, woher der Whisky aus Schottland stammt. Dieser wird auch durch das Klima beeinflusst, in dem das „Lebenswasser“ reift. Whisky in den Highlands reift nämlich anders als auf den Inseln wie Islay. Während die Highlands durchaus heiße Sommer und kalte, schneereiche Winter kennen, ist das Klima der Inseln wegen des Golfstroms sehr mild. Und diese unterschiedliche Witterung hat einen Einfluss auf den Reifungsprozess – und natürlich auch auf dem Geschmack.

(Foto: Crown)
Crown: Bei der Einlagerung werden die Whiskyfässer mittig auf den Gabeln des Hochregalstaplers positioniert, bevor sie für das passende Regalfach ausgerichtet und dann nach vorn gekippt werden, damit sie in ihre Lagerposition im Regal rollen. (Foto: Crown)

Bruichladdich füllt selbst ab

Nur die Brennereien Glenfiddich, Springbank und Bruichladdich besitzen eine eigene Flaschenabfüllung. Alle anderen Brennereien fahren ihre Fässer, oder die bereits durchgeführten Mischungen, mit LKWs und Tanklastwagen zu den großen Abfüllern nach Glasgow, Edinburgh oder Perth.

Eine Charge mit 60.000. In der Regel werden rund 30.000 bis 60.000 Flaschen der gängigen Single Malt Whiskys in einer Charge abgefüllt. Die genaue Menge richtet sich nach den Transportvolumina der LKWs. Der Absatz dieser Flaschen ist noch nicht so hoch, dass sich eine automatisierte Abfüllstraße nur für eine einzelne Single Malt Whiskyflasche rentieren würde. Dies dürfte daher ein Grund dafür gewesen sein, in der Bruichladdich Destillery auch Gin zu produzieren. Es gilt, eine Auslastung der teuren Abfüllanlage zu gewährleisten. Wie bereits oben erwähnt, werden dort jährlich 1,5 Millionen Liter an Spirituosen erzeugt, eingelagert, abgefüllt und versendet.

(Foto: Crown)
Crown: Als starker Alleskönner sorgt die FC Serie mit seinen zwei Antriebsmotoren und seiner Rundumsicht für Manövrierfähigkeit auf engstem Raum. (Foto: Crown)

Die richtige Technik

Vor diesem Hintergrund und wird klar, dass die Bruichladdich Distillery eine entsprechende Technik benötigt, welche einen reibungslosen und zuverlässigen Warenfluss sowohl sowohl indoor als auch outdoor benötigt. Eine Komplettautomation der Intralogistik ist dabei nicht möglich, da bei Bruichladdich nahezu sämtliche Arbeitsschritte der Whisky-Produktion in Handarbeit erfolgen. Daher kommt der Staplerflotte eine zentrale Bedeutung für die reibungslosen Warenbewegungen innerhalb der Brennerei zu.

Der Service macht den Unterschied. Bruichladdich kam im Jahr 2016 an seine Kapazitätsgrenzen, insbesondere im Hinblick auf die Lagerhaltung seiner Whiskys. Daher entschloss man sich zu Bau einer neuen Hochregal-Lagerhalle inklusive Versandbereich, die im Jahr 2017 in Betrieb ging. Im Zuge des Neubaus wurde auch in die Staplerflotte für die internen Warentransporte investiert. Hierfür nutzt Bruichladdich nun ein breites Spektrum an Crown-Geräten, wie etwa den Schubmaststapler der ESR Serie, das Multifunktionsfahrzeug WAVE, den Vierrad-Gegengewicht-Stapler mit Elektroantrieb der FC Serie, den Hubwagen der WP Serie und, als Neuzugang der Flotte, den Hochregalstapler der TSP Serie. Crowns guter Ruf in puncto Kundenservice sowie die Zuverlässigkeit der Produkte waren für die Bruichladdich Distillery ausschlaggebend dafür, Crown den Zuschlag für die Flurförderzeuge zu erteilen. Allan Logan, Production Director, erklärt: „Islay ist eine abgelegene Insel, weshalb sich unsere Lieferanten selten die Zeit für einen Besuch bei uns nehmen. Bei Crown ist genau das Gegenteil der Fall. Aufgrund der Vorgehensweise bei der Standortanalyse sowie unserer Erfahrungen mit dem Kundenservice von Crown lag es für uns auf der Hand, uns bei der Umsetzung unseres neuen Hochregallagers für Crown zu entscheiden.”

(Foto: Crown)
Crown: Die die FC Serie ist sowohl im Indoor- als auch Outdoorbereich einsetzbar. (Foto: Crown)

 Lagerhalle für optimale Reife

Die neuen Lagerhallen wurden so konzipiert und gebaut, dass sie konstant optimale Reifebedingungen bieten. Sie verfügen über Regale mit einer Höhe von bis zu 11 m, getrennt durch einen schmalen Mittelgang – eine moderne Version der traditionellen Regallagerung in der Whiskybranche. Sie ermöglicht eine höhere Lagerdichte als traditionelle Regallager. Bei der Einlagerung werden die Whiskyfässer mittig auf den Gabeln eines Crown-Hochregalstaplers der TSP 7000 Serie positioniert, bevor sie für das passende Regalfach ausgerichtet und dann nach vorn gekippt werden, damit sie in ihre Lagerposition im Regal rollen.

Stabilität in großen Höhen. Colin Neilson, Sales Manager und Whisky Industry Specialist bei Crown Scotland, erklärt: „Diese Hochregalstapler garantieren uns mit ihrem MonoLift-Mast sowohl für den Bediener als auch für das Produkt maximale Stabilität in großen Höhen.“ Und in der Tat: Die verstärkte, geschlossene Bauweise und die Verwendung von hochfestem Stahl für den Mast verursachen weniger Verdrehen und Schwanken als bei herkömmlichen Hubgerüsten in Leiterbauweise, während die Kabine mit dem MoveControl-Sitz von Crown ausgestattet ist, der über integrierte Bedienelemente und flexible Einstellmöglichkeiten verfügt. Diese Features unterstützen den Bediener optimal hinsichtlich Steuerung, Bedienkomfort und Präzision, wenn er die Whiskyfässer in die richtige Position bringt − insbesondere ganz oben im Lager.“

Völlig neues Konzept. Jonathan Carmichael, Bottling Hall Manager bei Bruichladdich, beschreibt die Unterstützung von Crown bei der Einführung des Hochregalstaplers so: „Die Schmalgang-Hochregal-Lösung war ein vollkommen neues Konzept für uns, sodass unsere Fahrer eine zusätzliche Schulung und etwas Zeit brauchten, um sich daran zu gewöhnen. Crown hat uns während des gesamten Projekts unterstützt und die Stapler kommen bei den Fahrern sehr gut an.”

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Crown: Mit den Hubgabeln des WP 3080 Hubwagens lassen sich Lasten auf eine bequeme Arbeitshöhe von bis zu 750 mm anheben. (Foto: Crown)

Schlüsselfunktion der Gegengewichtstapler

Bei Bruichladdich ist die Flurförderzeugflotte ein wesentliches Element für die Intralogistik, wobei der Vierrad-Gegengewicht-Stapler mit Elektroantrieb der FC Serie von Crown eine zentrale Rolle einnimmt. Colin Neilson von Crown erläutert dies gegenüber blogistic.net so: „Als starker Alleskönner sorgt die FC Serie mit seinen zwei Antriebsmotoren und seiner Rundumsicht für Manövrierfähigkeit auf engstem Raum, während die leistungsfähige Hydraulik schnelle Hub, Neige- und Senkgeschwindigkeiten liefert. So konnte die Produktivität gesteigert und die Batterielaufzeit verlängert werden. Bei Bruichladdich ist der Gegengewicht-Stapler somit perfekt geeignet für die Arbeit zwischen den Regalen im Kistenlager sowie für das Be- und Entladen der Lkw in der Ladezone.“

Schnell einlagern. Im Hauptlager für das Trockensortiment sorgt der Crown-Schubmaststapler der ESR Serie für die effiziente Einlagerung eingehender Paletten mit Verpackungsmaterial und leeren Flaschen, bis sie für die Beschickung der Abfüllhalle und der Produktionsanlagen benötigt werden. Das intelligente System für optimierte Kurvengeschwindigkeit (OCS) steigert die Sicherheit, das Vertrauen und die Leistung der Bediener, indem es in Kurven automatisch die Beschleunigung und das Abbremsen anpasst. Verlässlichkeit ist für Bruichladdich von erheblicher Bedeutung und genau das bietet die jetzt eingesetzte Stapler-Serie: Die von Crown selbst entwickelten und hergestellten Drehstrom-Fahr- und Hydraulikmotoren sorgen bei diesem Schubmaststapler zudem für einen sparsamen Energieverbrauch und einen stark reduzierten Wartungsbedarf.

Bessere Ergonomie durch Elektro-Hubwagen

Mithilfe des Elektro-Hubwagens der WP Serie von Crown werden in der Abfüllhalle von Bruichladdich Paletten aus der Abfüllanlage schließlich entnommen, die ins Kistenlager eingelagert werden sollen. Mit den Hubgabeln des WP 3080 Hubwagens lassen sich Lasten auf eine bequeme Arbeitshöhe von bis zu 750 mm anheben. Das entlastet den Rücken der Bediener, was wiederum das Stapeln von Kisten per Hand deutlich produktiver macht. Colin Neilson ist zufrieden: „Mit dem Elektro-Hubwagen der WP Serie können Bediener trotz der beengten Platzverhältnisse in der Abfüllhalle schwere Lasten präzise und sicher manövrieren. Durch den Einsatz hochfesten Stahls an Chassis, Seitenverkleidungen und Abdeckungen sowie mit dem stabilen Deichselgriff aus Aluminiumdruckgusslegierung ist die WP Serie äußerst robust konstruiert und sorgt damit für höchste Verlässlichkeit bei der Bruichladdich Distillery.“

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